Masern schwächen Immunsystem


Abwehr langfristig beeinträchtigt
Masern schwächen Immunsystem
Aleksandra Suzi/Shutterstock.com

Eine Masernerkrankung ist nicht nur aufgrund ihrer direkten Komplikationen wie z. B. einer Masern-Gehirnentzündung gefährlich. Masernviren schädigen das gesamte Immunsystem so nachhaltig, dass die betroffen Kindern in den nächsten Jahren ein erhöhtes Risiko für weitere Infektionskrankheiten haben.

Immungedächtnis massiv gestört

Auch wenn es Impfgegner immer wieder behaupten: Masernviren sind alles andere als harmlos und können einen weitaus größeren Schaden anrichten als Hautausschlag mit Juckreiz. Dabei drohen nicht nur die bekannten akuten Komplikationen wie Lungen- und Gehirnentzündungen. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Masern das Immunsystem langfristig erheblich schwächen.

So ergab die Analyse der Blutproben von 77 Masernkindern, dass Masernviren neben den B- und T-Lymphozyten noch zahlreiche weitere Zellarten des Immunsystems befallen und zum Absterben bringen. Besonders stark waren die Gedächtniszellen betroffen, also die Zellen, die gegen ein Antigen sensibilisiert sind und bei erneutem Kontakt für eine schnelle Abwehrreaktion sorgen.

Auch Antikörper eliminiert

Doch Masernviren zerstören nicht nur die Zellen des Immunsystem. Sie machen auch kurzen Prozess mit den im Blut zirkulierenden Antikörpern. 2 Monate nach der Maserninfektion waren im Blut der Kinder bis zu 73% der ursprünglich vorhandenen und gegen die verschiedensten Erreger gerichteten Antikörper verschwunden. Das bedeutet, dass die betroffenen Kinder gegen diese Erreger für einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren weniger gut geschützt waren.

Eine Infektion mit Masernviren fördert deshalb nicht etwa die Immunabwehr, wie Impfgegner behaupten. Stattdessen schwächen Masernviren das Immunsystem, bewerten die Forscher ihre Ergebnisse. Zwar baut es im Laufe der Jahre erneut Antikörper auf. In der Zwischenzeit können Krankheiten aber deutlich heftiger ausfallen. Hundertausende Todesfälle sollen den Studienautoren zufolge auf das Konto eines maserngeschwächten Immunsystems gehen.

Impfen schützt vor Masern und vor Abwehrschwäche

Die Impfung selbst hinterlässt keine derartige Immunschwäche. Im Gegenteil: Sie sorgt durch Verhütung der Maserninfektion dafür, dass Maserviren ihren immunschwächenden Einfluss gar nicht erst ausüben können. Auch Kinder mit Masern könnten von der Impfung noch profitieren, mutmaßen die Forscher. Denn womöglich ließen sich die Langzeitfolgen auf das Immunsystem durch eine Impfung während der Erkrankung abmildern.

Quelle: Science

Unser starker Partner

News

Wann zum HIV-Test?
Wann zum HIV-Test?

Warnsignale beachten

Moderne Medikamente haben die HIV-Infektion zu einer behandelbaren Erkrankung gemacht. Die Chancen sind am besten, wenn die Infektion früh erkannt und therapiert wird. Doch welche Beschwerden sind verdächtig und wann macht ein Test Sinn?   mehr

Joggen bei kalten Temperaturen
Joggen bei kalten Temperaturen

Richtig vorbereitet sicher unterwegs

Kälte, Nässe und Glätte sind für viele Grund genug, es sich häufiger auf der Couch bequem zu machen anstatt Sport zu treiben. Doch mit der richtigen Vorbereitung kommen Hobbyläufer auch im Winter auf ihre Kosten.   mehr

Eigene Brille für den Arbeitsplatz?
Eigene Brille für den Arbeitsplatz?

Brillentypen unter der Lupe

In den meisten Berufen ist die Arbeit am Bildschirm nicht mehr wegzudenken. Doch was viele Brillenträger nicht wissen: Die ständigen Blickwechsel von Tastatur zu Bildschirm belasten die Augen stark, wenn Fehlsichtigkeiten nicht optimal ausgeglichen werden. Mit speziellen Bildschirmbrillen lässt sich der Stress für die Augen reduzieren.   mehr

Kluge Gehirne sind besser vernetzt
Kluge Gehirne sind besser vernetzt

Wichtiges vom Unwichtigen trennen

Intelligente Menschen sind offenbar besonders gut darin, bedeutsame Informationen schnell zu verarbeiten und gleichzeitig unwichtige Reize auszublenden. Das zeigt eine neue Hirnstudie.   mehr

Stanzen stört die Erektion nicht
Stanzen stört die Erektion nicht

Prostatabiopsie mit Folgen?

Beim Verdacht auf einen Prostatakrebs steht die Probebiopsie an. Dabei ist nicht nur die Gewebeentnahme selbst unangenehm für den Patienten. Viele Männer fürchten auch, dass der Eingriff ihrer Erektionsfähigkeit schadet. Eine aktuelle Studie gibt jetzt Entwarnung.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Wiho-Apotheke
Inhaber Meinhard Heyen
Telefon 0541/57 26 53
Fax 0541/58 90 55
E-Mail Wiho-Apotheke@t-online.de